FRISTEN IM ERBRECHT - EINE EINF├ťHRUNG


Autor(-en):
Harald Brennecke
Rechtsanwalt
Fachanwalt f├╝r Insolvenzrecht
Fachanwalt f├╝r Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt f├╝r Gewerblichen Rechtsschutz
Brennecke & Partner Rechtsanwälte Fachanwälte mbB


  • Welche Fristen gibt es im Erbrecht?

    I. Die wesentlichen Fristen des Erbrechts

    II. weitere Fristen des Erbrechts

    1. Ausschlagung der Erbschaft - ┬ž 1944 I BGB

    Die Frist zur Ausschlagung der Erbschaft betr├Ągt grunds├Ątzlich sechs Wochen ab Kenntniserlangung des Anfalles der Erbschaft durch den berufenen Erben. Befindet sich der Erbe im Ausland, betr├Ągt die Frist sechs Monate (┬ž 1944 III BGB). Gleiches gilt, wenn der Erblasser seinen letzten Aufenthaltsort im Ausland hatte.

    2. Anfechtung der Annahme oder der Ausschlagung der Erbschaft - ┬ž 1954 I BGB

    Diese Frist betr├Ągt sechs Wochen. Der Fristbeginn richtet sich nach dem Anfechtungsgrund: wird wegen Drohung angefochten, dann beginnt die Frist mit Beendigung der durch die Drohung herbeigef├╝hrten Zwangslage; in allen ├╝brigen F├Ąllen mit Kenntniserlangung des Erben.

    3. Verj├Ąhrung des Anspr├╝che des Erben gegen├╝ber dem Erbschaftsbesitzer - ┬ž┬ž 2018, 2027, 260 BGB

    Der wirkliche Erbe hat gegen den Erbschaftsbesitzer gem├Ą├č ┬ž┬ž 2018, 2027 BGB einen Anspruch auf Herausgabe des Nachlasses sowie auf auf Auskunftserteilung ├╝ber den Bestand der Erbschaft. Diese Anspr├╝che verj├Ąhren gem├Ą├č ┬ž 195 BGB in drei├čig Jahren.

    4. Anfechtung eines Testamentes - ┬ž 2082 BGB

    Wer ein Testament anfechten m├Âchte, mu├č das binnen eines Jahres tun. Die Frist beginnt mit Kenntniserlangung des Anfechtungsberechtigten vom Anfechtungsgrund. Wenn seit dem Erbfall drei├čig Jahre verstrichen sind, ist eine Anfechtung nicht mehr m├Âglich (┬ž 2082 III BGB).

    5. Anfechtung des Erbvertrages - ┬ž 2283 BGB

    Die Anfechtung eines Erbvertrages durch den Erblasser kann nur innerhalb eines Jahres erfolgen. Ma├čgeblich f├╝r den Fristbeginn ist auch hier die Kenntnis des Anfechtungsberechtigten vom Anfechtungsgrund. Ausnahme bei Drohung: dann beginnt die Frist wie in ┬ž 1954 BGB ab Beendigung der Zwangslage.

    6. Verj├Ąhrung des Anspruchs auf Erg├Ąnzung der Erbschaft - ┬ž 2287 II BGB

    Wurde der in einem Erbvertrag eingesetzte Erbe durch Verf├╝gungen des Erblassers zu dessen Lebzeiten in seiner Erbschaft beeintr├Ąchtigen, kann er vom Beschenkten die Herausgabe der Zuwendungen verlangen. Dieser Anspruch verj├Ąhrt in drei Jahren. Fristbeginn ist Anfall der Erbschaft.

    7. Anspruch auf Pflichtteil - ┬ž┬ž 2303, 2332 BGB

    Der von der Erbfolge ausgeschlossenen Pflichtteilsberechtigte kann von den Erben den Pflichtteil verlangen. Dieser Anspruch verj├Ąhrt gem├Ą├č ┬ž 2332 I BGB in drei Jahren seit Kenntniserlangung des Anspruchsberechtigten vom Erbfall. Nach drei├čig Jahren ist die Geltendmachung des Anspruchs ausgeschlossen.

    8. Anfechtung der Ausschlagung der Erbschaft durch Pflichtteilsberechtigten - ┬ž 2308 BGB

    Erh├Ąlt der Pflichtteilsberechtigte durch Annahme der Erbschaft mehr als durch Ausschlagung, hat er jedoch bereits ausgeschlagen, so hat er das Recht, die Ausschlagung gem. ┬ž 2308 anzufechten. Die Frist richtet sich nach ┬ž 1954 BGB. Sie betr├Ągt also sechs Wochen und beginnt mit Kenntniserlangung des Anfechtungsberechtigten.

    9. Pflichtteilserg├Ąnzungsanspruch gegen Erben - ┬ž 2325 BGB

    Wurde der Pflichtteilsberechtigte zu Lebzeiten des Erblassers durch Schenkungen des letzteren in seinem Pflichtteil beeintr├Ąchtigt, so kann er von den Erben die Erg├Ąnzung seines Pflichtteils insoweit verlangen. Sind allerdings seit der Schenkung zehn Jahre verstrichen, so ist eine Geltendmachung ausgeschlossen. Die Frist beginnt bei beweglichen Sachen mit Vollendung des Eigentums├╝bergangs, bei Grundst├╝cksschenkungen mit der Umschreibung im Grundbuch gem. ┬ž 873 I BGB.

    10. Anspruch des Pflichtteilsberechtigten auf Herausgabe des Geschenks gegen den Beschenkten - ┬ž 2329 BGB

    Soweit der Erbe nicht verpflichtet ist, dem Pflichtteilserg├Ąnzungsanspruch gem. ┬ž 2325 BGB nachzukommen, kann sich der Berechtigte direkt an den Beschenkten halten. Dieser Anspruch verj├Ąhrt gem. ┬ž 2332 II BGB in drei Jahren. Die Frist beginnt mit Eintritt des Erbfalls.



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Harald Brennecke
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Kontakt: brennecke@brennecke.pro

Stand: 1999

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